Wie kommt dein Teller zu dir?

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Verpackung und Versand

Wir liefern dir unsere Keramik direkt nach Hause. Dafür brauchen wir eine stabile Verpackung. Klingt erstmal langweilig, ist aber extrem wichtig. Wir haben für verschiedene Teile unterschiedliche Verpackungsarten. Wichtig ist, dass die Keramik Puffer und Abstand nach außen hat aber auch nicht in der Verpackung rumfliegen kann. Dafür nutzen wir Seidenpapier und geschreddertes Papier. Damit ihr von außen schon sehen könnt, was für ein Paket ihr da annehmt, und weil’s so schön ist, haben wir außen unser Logo aufgeklebt. Ist alles sicher, bringen wir das Paket zum Versanddienstleister unseres Vertrauens und ab geht's auf dem schnellsten Weg zu dir!

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Nachbearbeitung

Nach dem Glattbrand geht es für uns ein letztes Mal ans Schleifen. Diesmal nur kurz, aber umso wichtiger. Wir kontrollieren wieder auf Risse und Unebenheiten in der Glasur. Gerissene Teile müssen wir leider auch hier direkt aussortieren. Bei Glasurfehlern können wir entscheiden, ob wir die Teile nochmal in den Ofen stellen, um die Fehler (hoffentlich) auszubessern, oder sie als B-Ware verkaufen.

Durch den Schmelzprozess des Porzellan bilden sich winzige, spitze Kristalle die an den unglasierten Stellen zu einer rauen Oberfläche führen. Dadurch können z.B. empfindliche Tischplatten zerkratzen und das Porzellan nimmt außerdem leichte Verfärbungen und Dreck an. Deswegen Schleifen wir es noch einmal mit einem Diamantschleifpad um diese Kristallstruktur zu brechen. Jetzt sind die Teile bereit für ihr neues zuhause!

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Decaldruck

Kennt Ihr noch diese Abziehbildchen von früher? Die man sich mithilfe von Wasser auf die Haut klebt, und man dann richtig coole Tattoos hatte? So etwas ähnliches gibt es auch für Porzellan! Um seriell identische Muster produzieren zu können, und nicht auf Handmalerei angewiesen zu sein, gibt es Decaldrucke!

Diese werden mit einem speziellen Keramikdrucker gedruckt.

Eine Besonderheit hat dieses Verfahren. Wir brauchen einen dritten Brand! Den Dekorbrand.

Bei Inglasur Decals, werden die Abziehbildchen nach dem zweiten Glattbrand aufgetragen. Beim abschließenden Dekorbrand, schmilzt die Glasur erneut und die Farben sinken bei hohen Temperaturen in die erweichende Glasur ein und sind dadurch vor Abnutzungen geschützt und spülmaschinenfest!

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2. Brand / GlattBrand

Mit einem Brand war es leider leider nicht getan! Es geht in die zweite Runde, jetzt kommt der Glattbrand oder auch Glasurbrand. Und nein hier läuft nicht alles glatt, ganz im Gegenteil. Hier kann noch einiges schiefgehen!

Der zweite Brand dient dazu die Glasur verschmelzen zu lassen und das Porzellan vollständig zu sintern*.  Dabei kommen wir jetzt auf deutlich höhere Temperaturen als beim Schrühbrand, in einen Bereich zwischen 1050 bis ca. 1300 Grad Celsius. Diese Temperaturen schmelzen die Glasur zu einer wasserdichten, glatten und in den meisten Fällen auch säurebeständigen Oberfläche. Was kann jetzt noch schiefgehen?

Jeder muss für seine Keramik, seine Temperatur und seine Brenngeschwindigkeit herausfinden.

Wenn die Brenntemperatur zu hoch ist, schmelzen alle Teile dahin wie Eis im Hochsommer. Und zu Schnelles erhitzen und abkühlen führt zu Rissen und Brüchen in der Keramik oder Blasen auf der glasierten Oberfläche. Beim Brand spielt aber auch die Positionierung der Teile im Ofen eine Rolle. Die Hitze verteilt sich nicht immer ganz gleichmäßig im Ofen, weshalb man je nach große oder Komplexität die Anordnung beachten muss. Komponenten die da reinspielen oder Stellschrauben.

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Schleifen

Nach dem ersten Brand gucken und fassen wir die Keramik einmal ganz genau an, vor allem die Stellen, die wir später unglasiert lassen wollen. Wir kontrollieren auf Unebenheiten, Kratzer und Risse. Finden wir Risse, müssen wir die Teile leider aussortieren, denn diese lassen sich nicht mehr schließen und können beim zweiten Brand noch weiter reißen. Kleine Unebenheiten und Kratzer können wir aber noch mit Schleifpapier ausbessern. Ganz wichtig: Vor dem Schleifen muss die Keramik komplett in Wasser getaucht und während des Schleifens immer wieder nass gemacht werden. Wir wollen so wenig Staub wie möglich erzeugen, denn dieser kann sich beim Einatmen in der Lunge festsetzen und später schwere gesundheitliche Folgen haben. Falls wir doch mal nicht nass schleifen können, müssen wir uns eine Maske aufsetzen und am besten unter einer Absauge arbeiten. Ist alles glatt, kann es weiter zum Glasieren gehen.

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1. Brand / Schrühbrand

Jippie, jetzt kommt der spannendste und wichtigste Teil! Der erste Brand, auch Schrühbrand genannt. Ganz wichtig ist erstmal, dass das Porzellan komplett getrocknet ist. Rest Feuchtigkeit oder kleinste nasse Stellen würden bedeuten, dass das Stück im Brand reißen oder sogar platzen könnte. Das liegt daran, dass im Brand das Objekt schrumpft und bis zu 16 Prozent in seiner Größe schwinden kann. Dies sollte möglichst gleichmäßig passieren.

Also, wenn unser Teil gut und ausgiebig getrocknet ist, können wir den Ofen einräumen, möglichst dicht und platzsparend. Unser Ziel ist es, den Ofen auf eine optimale Temperatur von 900 bis 950 Grad zu bringen, also ordentlich heiß! Vorsicht!

Stück für Stück wird der Ofen dann aufgeheizt, bis er die gewünschte Temperatur erreicht. So ein Durchgang bis zum Herausnehmen der abgekühlten Stücke kann bis zu 24 Stunden dauern.

Dazu muss man sagen, dass die Temperaturen und die Brenndauer immer abhängig von der gebrannten Masse sind.

Wieso machen wir das Ganze eigentlich? Gute Frage!

Die Keramik wird durch die Brände stabiler und dichtet außerdem ab. Beim Schrühbrand wird jedoch absichtlich niedriger gebrannt, um eine gewisse Porosität zu behalten. Das ist wichtig für den nächsten Schritt, das Glasieren.

Dafür müssen die jetzt geschrühten Teile porös bleiben, um die flüssige Glasur ansaugen zu können, damit diese auch bis zum zweiten Brand haften bleibt. Das kannst du hier noch genauer nachlesen!

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Porzellan bemalen

Wer es nicht ganz minimalistisch mag, kann sich noch für eine Bemalung entscheiden. Porzellan kann sowohl vor und nach dem Schrühbrand als auch nach dem Glattbrand bemalt werden. Wir bemalen unsere geschrühten Teile vor dem ersten Brand. Dafür nutzen wir sogenannte Unterglasurfarben, das sind hitzebeständige keramische Farben, die meistens aus Metalloxiden bestehen. Sie lassen sich mit einem Pinsel, ähnlich wie Wasser- oder Acrylfarbe, auf die ungebrannten keramischen Teile auftragen. Bevor wir anfangen können, mit den Farben kreativ zu werden, müssen wir die Farben in Kombination mit unseren Porzellanmassen und unserer Glasur testen und schauen, wie sie unserer Brenntemperatur standhalten. Denn auch Unterglasurfarben können sich im Brand oder in Kombination mit der jeweiligen Masse verändern oder ihre Farbe verlieren. Sind wir mit unseren Tests zufrieden, steht unserer Kreativität nichts mehr im Weg. Jetzt kann bunt drauflos gemalt werden. Die fertig bemalten Teile werden anschließend glasiert, da die Farben an sich keine glasbildenden Eigenschaften haben und ansonsten nach dem Brand eine matte und raue Oberfläche aufweisen. Wie das mit dem Glasieren funktioniert, könnt ihr hier nachlesen!

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Gipsformen

Bevor wir überhaupt Porzellan in die Hand nehmen, beschäftigen wir uns erstmal ausgiebig mit Gips. Wir brauchen nämlich eine Form, in die wir später eingießen können. Diese Formen werden aus Gips gefertigt und wenn wir sie optimal herstellen, können sie ca. 60 Mal eingegossen werden, bevor sie ausgetauscht werden müssen. Im ersten Schritt stellen wir ein Modell her, über welches wir dann die Form gießen können. Dafür müssen wir unsere festgelegten Formen und Maße für das fertige Porzellanobjekt um 14 % vergrößern. Das liegt daran, dass das Porzellan in den Bränden schrumpft und wir das in unserer Gießform mit einberechnen müssen. Mit den vergrößerten Maßen schneiden wir uns eine Schablone zurecht. Die Schablone stellt die äußere Silhouette des Porzellanobjekts dar. Jetzt darf der Gips ins Spiel kommen. Wir arbeiten beim Gipsdrehen an einer Drehscheibe. Auf der Drehscheibe wird eine Verschalung gebaut, die schon möglichst nah an die Endmaße des fertigen Modells herankommt, um nicht allzu viel Gips abtragen zu müssen. Wenn der Gips eine standfeste Konsistenz erreicht hat, wird die Schale abgenommen und die Schablone hat ihren Auftritt. Mit der Schablone versuchen wir schon, so sauber und nah wie möglich an die fertige Form ranzukommen. In dem Prozess haben wir nur sehr begrenzt Zeit, den Gips zu bearbeiten, da die Masse nach kurzer Zeit schon zu sehr abgebunden hat und dann die Oberfläche beginnt aufzureißen. Also gilt hier: Lieber früher Schluss machen und später nachbearbeiten, statt zu lange weitermachen und eventuell nochmal von vorne anfangen. Sind wir mit der Arbeit mit der Schablone fertig und mehr oder weniger zufrieden, lassen wir den Gips zu Ende abbinden. Dass der Gips weiter abbindet, merken wir an seiner Temperatur. Durch die Reaktion mit dem Wasser und die dadurch freigesetzte Energie wird der Gips zunehmend warm und kühlt dann wieder aus. Ist das Modell wieder abgekühlt, können wir anfangen, es nachzubearbeiten. Das machen wir mit mithilfe von Abdreheisen, Klingen, Gaze und Schleifpapier. Abdreheisen sind verschieden geformte Metallklingen, die am Ende eines Holzstabs befestigt sind. Damit können wir das Modell in seine finale Form drehen. Wenn die Form und Maße stimmen, versuchen wir, das Modell mittels Schleifpapier und Klingen so glatt und makellos wie möglich zu bekommen. Jetzt haben wir ein positives Modell unserer Form. Wir brauchen allerdings eine Negativform, um das Porzellan gießen zu können. Dafür formen wir das Gipsmodell im nächsten Schritt nochmal ab. Wenn das Modell ein wenig getrocknet ist, tragen wir ein paar Schichten Schellack auf, um zu verhindern, dass der Gips noch Wasser ziehen kann und sich nicht mit dem Gips, den wir über das Modell gießen, verbinden kann. Für den gleichen Zweck wird das Modell noch mehrmals mit Flüssigseife und Fettseife behandelt. Dann können wir schon wieder eine Verschalung um das Modell herum bauen. Die Gipsform soll am Ende etwa 3 cm Wandstärke rundum haben. Also wie gehabt den Gips anrühren und über das Modell in die Verschalung gießen. Ist der Gips standfest, nehmen wir die Schale ab und ziehen die Form mit einer Ziehklinge glatt. Dabei versuchen wir schon, scharfe Kanten zu brechen, damit die Form möglichst wenig Ecken hat, die später abbrechen können. Falls unser Modell Hinterschneidungen hat und wir es nicht einfach nach oben aus der Form heben können, müssen wir die Form aufsprengen. Kurz erklärt bedeutet das, dass wir uns vorher auf der Oberseite des Modells markieren, wo die Form geteilt werden muss, um es am Ende aus der Form rausholen zu können. Anschließend sägen wir so nah wie möglich an unser Modell ran und stecken Keile in die Einschnitte. Die Keile treiben wir mit einem Hammer vorsichtig weiter rein, bis sich die Form teilt. Nach dem Aushärten der Form drehen wir sie um und verpassen ihr noch einen Gießring. Dafür drehen oder schnitzen wir sogenannte Schlösser in die Form, damit der Ring am Ende stabil auf der Form sitzt.  Der Rand wird wieder mit Flüssig- und Fettseife geseift und wir bringen nochmals eine Verschalung an. In der Mitte platzieren wir einen angeschrägten Kegel für die Öffnung des Gießrings. Nochmal Gips anrühren, in die Schale gießen und nach dem Andicken glattziehen. Jetzt nehmen wir das Modell aus der Form und waschen sie gut aus, um Seifenreste zu entfernen. Im letzten Schritt können wir noch kleine Unebenheiten mit Schleifpapier glätten und endlich haben wir eine fertige Gipsform. Die können wir, wenn sie vollständig getrocknet ist, mit Porzellan ausgießen. Wie das funktioniert, erklären wir dir hier!

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Verputzen

Damit das Porzellan am Ende keine scharfen Kanten oder Unebenheiten in der Oberfläche hat, wird es vor dem Brand nochmals verputzt. Am besten ist es dafür schon vollständig durchgetrocknet, um auch bei diesem Schritt Verformungen zu vermeiden. Zum Verputzen schnappen wir uns eine Schüssel mit Wasser, einen Schwamm und eine Rasierklinge oder ein anderes Tool, um Material abzutragen. Dann gehen wir mit einem nassen Schwamm über die Ränder, um diese ein wenig abzurunden, und gehen außerdem über kleine Unebenheiten wie Gießrillen drüber, bis alles ebenmäßig ist. Wie immer bedarf es auch hier äußerster Zärtlichkeit, um nicht zu viel abzutragen oder das noch sehr brüchige Porzellan zu zerbrechen. Falls trotz gewissenhaftem Ausgießen eine oder mehrere Nasen auf der Oberfläche entstanden sind, können wir diese mit einer Klinge abtragen. Ganz wichtig, wie beim Porzellananmischen auch: jeglichen Staub vermeiden. Dafür arbeiten wir über einer Wasserschüssel, in die das abgetragene Porzellan reinrieseln kann. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, trägt zusätzlich eine Atemmaske. Zum Abschluss gehen wir mit einem leicht feuchten Schwamm nochmal über das gesamte Stück, um beim Trocknen entstandenen Porzellanstaub zu entfernen. Dieser kann ansonsten nach dem Brand für raue Stellen und Glasurfehler sorgen. Jetzt aber ab in den Ofen zum Schrühbrand!

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Porzellan einfärben

Rosa, hellblau, gelb oder Flieder? Je bunter, desto besser. Wir lieben farbiges Porzellan. Die Farbe kommt in Form von speziellen Farbpigmenten direkt in die Masse. Komplettes Durchfärben hat gegenüber farbigen Glasuren den Vorteil, dass auch an unglasierten Stellen kein weißes Porzellan durchschaut und die Farbe über das gesamte Objekt gleichmäßig ist. Die benötigten Farbpigmente sind allerdings oft sehr teuer und das Einfärben der Masse ist ein zusätzlicher Arbeitsschritt.

Wie wird Porzellan denn genau eingefärbt?

Sowohl Gießmasse als auch plastische Porzellanmasse können mit Farbpigmenten gefärbt werden. Als Erstes müssen die passenden Pigmente für die Gießmasse und die vorgesehene Brenntemperatur gewählt werden. Inkompatible Pigmente können unvorhersehbar mit der Masse reagieren oder bei einer unpassenden Brenntemperatur intensiver oder schwächer hervortreten, als wir uns das wünschen.

Wenn die richtigen Grundzutaten gefunden sind, müssen sie noch vermischt werden. Ganz wichtig dabei: Vorher alles abwiegen, damit die Farben reproduzierbar sind!

Um flüssige Masse einzufärben, wird das Pigment erst gut in einen Teil der Porzellanmasse gerührt und anschließend in die gesamte Masse untergemischt. Um Klumpen zu vermeiden, wird die Masse anschließend mehrfach durch ein feines Sieb gegossen. Dann ist die Masse bereit, um gegossen zu werden. Bevor wir allerdings voll in die Produktion starten können, müssen wir die Masse erstmal probegießen und ihr Verhalten im Brand testen. Durch die Farbpigmente kann sich nämlich das Gießverhalten der Masse verändern. Das heißt, der Schlicker kann dickflüssiger und instabiler werden. Im Ergebnis können dadurch ungleichmäßige Wandstärken, Schlieren und im schlimmsten Fall Risse in den gegossenen Teilen entstehen.

Wenn die Masse, Pigmente und Brenntemperatur dann richtig eingestellt sind, steht unserer bunten Keramik nichts mehr im Weg. Auf geht's zum nächsten Schritt, dem Schlickerguss!

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Glasieren

Die Glasur dient der Abdichtung und dem Schutz des noch porösen Scherbens. Sie wird nach dem ersten Brand aufgetragen. Dadurch wird die Keramik vor Säure, Kratzern und sonstigen Verfärbungen geschützt. Eine dünne Schicht kann durch Tauchen, Aufpinseln oder Sprühen aufgetragen werden. Glasur besteht aus Silica, Fritte und Kaolin und schmilzt glatt über die Keramik aus. Glasur kann unter anderem auch Farbkörper oder andere metallische Mineralien beinhalten, die der Keramik eine Farbe verleihen. Um die Glasur mit der Keramik zu verbinden, ist immer ein dritter und meist letzter Brand nötig.

Wir verwenden bei unserer Keramik hauptsächlich Farbkörper direkt in der keramischen Masse und glasieren den Scherben klar.

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Masse aufbereiten

Woher kommt Porzellan eigentlich? In seltenen Fällen kann man Porzellan in seiner reinen Zusammensetzung direkt abbauen, zum Beispiel in Japan gibt es einige Stellen mit solchen Vorkommen. Sind wir aber in Japan? Nein, leider nicht, nur in Halle an der Saale.

Daher müssen wir uns jetzt die Masse aus den einzelnen Stoffen selber zusammen mischen.

Wir brauchen: Kaolin, Quarz und Feldspat. Meistens gibt es das Pulver schon fertig zusammengestellt bei Porzellanbedarf Anbietern wie BSZ, Carl Jäger usw. Dieses Gießporzellanpulver wird mit ca. 48% Wasser angesetzt und über Nacht in Ruhe gelassen. Am nächsten Tag kann es dann aufgerührt werden und oft kann noch etwas mehr Wasser oder Verflüssiger dazugegeben werden. Das ganze wird dann nocheinmal gesiebt, um mögliche Klumpen und Unreinheiten auszuschließen. Schon ist die Gießmasse fertig und ready um, eingefärbt zu werden, wenn man das möchte!

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Schlickerguss

Die sorgfältig vorbereitete Gießmasse darf jetzt auch verarbeitet werden. Wir nutzen dafür das Schlickergussverfahren. Der Name verrät es schon: Hierbei gießen wir flüssige Porzellanmasse in Gipsformen. Hört sich einfach an, braucht aber wie alles in der Porzellanherstellung ein wenig Zeit, Geduld und Feingefühl.

Die benötigten Gipsformen haben wir vorher selber hergestellt. Wie das funktioniert, kannst du dir hier nochmal anschauen. Diese werden im ersten Schritt einmal mit Wasser ausgewischt, damit sich kein Staub mehr in der Form befindet. Anschließend stellen wir die Form auf eine Renderscheibe, das ist eine Scheibe, die sich manuell drehen lässt. Jetzt kommt schon die Porzellanmasse ins Spiel. Die Gipsform kriegt einen kleinen Anstoß nach rechts oder links, damit sie in Bewegung kommt. Dann wird das Porzellan in die sich drehende Form eingegossen. Die Masse darf dann ca. 3–5 Minuten in der Form schwimmen.

Die genaue Zeit hängt vom Saugverhalten der Form ab, welches einmal vom Mischverhältnis des Gipses abhängt, aber auch davon, wie oft die Form hintereinander eingegossen wird. Wir machen also als allererstes ein paar Tests, um die perfekte Zeit für unsere gewünschte Wandstärke herauszufinden. Aber was passiert eigentlich genau mit der Masse und der Gipsform?

Der Gips hat die tolle Eigenschaft, sehr schnell und viel Wasser in sich aufzunehmen. Das sorgt dafür, dass der Porzellanmasse an den Stellen, wo sie mit Gips in Berührung kommt, das Wasser entzogen wird. Dadurch bildet sich eine Schicht am Rand der Form, die fester wird als der Rest der Masse. Gießt man nun die restliche Masse wieder aus der Form aus, bleibt eine Wandstärke stehen.

Damit diese Wand möglichst gleichmäßig ist und keine ungünstigen Spannungen im Scherben entstehen, muss die Form bis zum Ausgießen in Bewegung gehalten werden. Also kurzer DJ-Gig und die Formen immer wieder in die eine oder andere Richtung anschubsen. Ist die Zeit rum, wird ausgegossen. Das sollte im 45°-Winkel passieren, damit die Ausgussfläche möglichst klein ist und sich im Idealfall keine Nasen auf dem stehenbleibenden Porzellan bilden. Jetzt ist wieder gutes Timing gefragt, um den Rohling reibungslos aus der Form zu bekommen. Sobald alle glänzenden Stellen am Porzellan matt geworden sind, wird zuerst vorsichtig am Gießring entlang geschnitten, damit dieser abgehoben werden kann. Der überstehende Rand wird ebenfalls vorsichtig, aber zügig abgeschnitten. Wird zu früh abgeschnitten, ist das Porzellan noch zu weich und kann durch das Messer verformt werden. Lassen wir aber zu viel Zeit vergehen, ist das Porzellan schon zu trocken und kann einreißen.

Danach ist wieder Warten angesagt, bis sich das Porzellan von der Gipsform löst und aus der Form gehoben oder auf eine Gipsplatte gestürzt werden kann. Aber Vorsicht: Wenn das Porzellan dabei zu grob angefasst und verformt wird, lässt es sich nicht mehr zurück in die Ausgangsform bringen. Porzellan hat ein Gedächtnis sagt man. Das bedeutet, dass es sich Verformungen jeglicher Art quasi merkt. Selbst wenn wir es direkt wieder in die ursprüngliche Form drücken, kommt die Deformierung beim Trocknen oder spätestens im Brand wieder zurück. Deshalb lassen wir unsere Teller auch teilweise direkt in der Form durchtrocknen, um sie so wenig wie möglich zu berühren. Nun dürfen die Teile erstmal einen Tag in Ruhe trocknen, bis sie im nächsten Schritt verputzt werden.

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