Porzellan einfärben
Rosa, hellblau, gelb oder Flieder? Je bunter, desto besser. Wir lieben farbiges Porzellan. Die Farbe kommt in Form von speziellen Farbpigmenten direkt in die Masse. Komplettes Durchfärben hat gegenüber farbigen Glasuren den Vorteil, dass auch an unglasierten Stellen kein weißes Porzellan durchschaut und die Farbe über das gesamte Objekt gleichmäßig ist. Die benötigten Farbpigmente sind allerdings oft sehr teuer und das Einfärben der Masse ist ein zusätzlicher Arbeitsschritt.
Wie wird Porzellan denn genau eingefärbt?
Sowohl Gießmasse als auch plastische Porzellanmasse können mit Farbpigmenten gefärbt werden. Als Erstes müssen die passenden Pigmente für die Gießmasse und die vorgesehene Brenntemperatur gewählt werden. Inkompatible Pigmente können unvorhersehbar mit der Masse reagieren oder bei einer unpassenden Brenntemperatur intensiver oder schwächer hervortreten, als wir uns das wünschen.
Wenn die richtigen Grundzutaten gefunden sind, müssen sie noch vermischt werden. Ganz wichtig dabei: Vorher alles abwiegen, damit die Farben reproduzierbar sind!
Um flüssige Masse einzufärben, wird das Pigment erst gut in einen Teil der Porzellanmasse gerührt und anschließend in die gesamte Masse untergemischt. Um Klumpen zu vermeiden, wird die Masse anschließend mehrfach durch ein feines Sieb gegossen. Dann ist die Masse bereit, um gegossen zu werden. Bevor wir allerdings voll in die Produktion starten können, müssen wir die Masse erstmal probegießen und ihr Verhalten im Brand testen. Durch die Farbpigmente kann sich nämlich das Gießverhalten der Masse verändern. Das heißt, der Schlicker kann dickflüssiger und instabiler werden. Im Ergebnis können dadurch ungleichmäßige Wandstärken, Schlieren und im schlimmsten Fall Risse in den gegossenen Teilen entstehen.
Wenn die Masse, Pigmente und Brenntemperatur dann richtig eingestellt sind, steht unserer bunten Keramik nichts mehr im Weg. Auf geht's zum nächsten Schritt, dem Schlickerguss!